Ankündigung: Peter Plöger mit «Welche Arbeit darf's denn sein? Selbstbestimmung und der Ruf nach Eigenverantwortung»

Peter Plöger ist unter anderem Autor und hat das Buch «Arbeitssammler, Jobnomaden und Berufsartisten. Viel gelernt und nichts gewonnen? Das Paradox der neuen Arbeitswelt» veröffentlicht. Außerdem schreibt er beim Freitag und setzt sich auch dort mit dem Wandel von Arbeit in unserer Gesellschaft auseinander. Zu diesem Thema wird er auch bei der openmind #om10 referieren.

«Im eigenen Shop selbstgenähte Handschuhe verkaufen? In Eigenverantwortung gemeinsam mit den Kollegen die Webpräsentation managen? Halbtags neben dem Brotjob freiberuflich Fußpflege machen? Ein Hiphop-Konzert für das Jugendhaus aus dem Boden stampfen? Die Arbeitswelt läßt uns ungeahnte Möglichkeiten, Beschäftigungen zu finden, in der wir Zeit, Ort, Art und Weise unserer Arbeit selbst bestimmen. Viele, gerade die Höherqualifizierten, suchen nach Selbstbestimmung im Job.
Selbstbestimmung -- klingt fantastisch. "Phantasmatisch" wäre treffender, denn eine Menge der vorgeblichen Selbstbestimmung entsteht durch den Zwang zur Eigenverantwortung, den die Flexibilisierung der Arbeit und die sogenannte Aktivierungspolitik auf die Erwerbstätigen ausüben. Der Weg geht somit Richtung verstärkter Übernahme von Verantwortung und von Risiken, die bislang die Unternehmen und das soziale Netz mitgetragen haben.

Zur Freiheit gezwungen zu sein ist paradox und außerdem riskant. Wenn wir dem Ruf nach Eigenverantwortung folgen, verschenken wir Freiheit. Gerade jetzt aber, in einer Zeit, in der ohnehin immer weniger Menschen eine festgefügte Job-Biographie leben werden, sollte uns mehr echte Selbstbestimmung wichtig sein.»