Ankündigung: mspro über «Das radikale Recht des Anderen»

«Was ist "Öffentlichkeit"? Reicht es ein "digital" davor zu setzen und dieses Wort als Kampfbegriff in die politische Arena zu scheuchen? Oder wird es nicht vielmehr Zeit, dass wir uns kritisch fragen, ob wir selber noch wissen, wovon wir da sprechen?» fragt Michael Seemann, aka mspro, der seinem Talk den Titel «Das radikale Recht des Anderen - Ein Neuentwurf von Öffentlichkeitkeit für das digitale Zeitalter» gegeben hat. Der Talk reiht sich damit zu der Podiumsdiskussion über die Rolle von Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter ein. Und, so viel können wir schon verraten, es wird noch einige andere Veranstaltungen geben die sich mit dieser Fragestellung beschäftigen werden. Mehr Informationen zu dem Talk gibt es nach klick.

mspro«Wir alle erleben, wie die Kategorien von Öffentlichkeit und Privatheit erodieren, wie sich die Sphären verkomplizieren und wie alte Konzepte von Öffentlichkeit ausgerechnet im Internet immer wieder scheitern - bis hin zum Gespenst der "öffentlichen Meinung", dessen Monstranz gegen Andersdenkende immer wieder zu Felde geführt wird. Der alte Begriff von Öffentlichkeit versagt an allen Fronten und dennoch bemerken wir immer mehr, wie sehr wir ihn gerade jetzt brauchen. Gegen die Verwertungsmafia ebenso wie gegen die diskriminierungswilligen Zugangsprovider oder gegen die Zensurbestrebungen unserer eigenen Regierung.

Ich bin überzeugt, wir müssen Öffentlichkeit völlig neu denken. Ich möchte dem tieferen Grund dieses Wandels nach gehen und einen neuen Begriff von Öffentlichkeit zur Diskussion stellen. Einen Begriff der den digitalen Paradigmen gerecht wird, um schließlich eine neue Ethik daran knüpfen zu können und der vielleicht sogar eine Chance bietet, die Widersprüche und Idiosynkrasien des netzpolitischen Diskurses aufzuzeigen.»

Kommentare

Welche Oeffentlichkeit?

Die Oeffentlichkeit im Internet ist in 82.000.000 Teiloeffentlichkeiten gespalten. Jeder Versuch, einen groesseren Zusammenschluss zu erreichen, laeuft ins Leere (siehe bspw. "Die Gesellschafter").

Digitale Oeffentlichkeit aeussert sich, wenn ueberhaupt, nur in zufaellig zusammengeballten Meinungsaeusserungen, an denen abzulesen ist, wie sensible verschiedenen Themengebiete in der Oeffentlichkeit wahrgenommen werden (siehe ueber mehrere Tausend Kommentare zu einem aktuellen Thema auf Bild.de).

Oeffentlichkeit laesst sich nicht durch digitale Oeffentlichkeit ersetzen.

mspro

Exakt das sage ich. Den Rest wirst du auf dem Vortrag hören.

Kassel ist mir ehrlich gesagt

Kassel ist mir ehrlich gesagt zu weit. Ich lese mir lieber das Protokoll durch.

Protokolle...

Protokolle wird es nicht geben. Also, keine klassischen zumindest.

Wir werden die Veranstaltung streamen (wenn denn alles klappt) und wir schauen, inwieweit wir die Vorträge publizieren können. Aber ein protokoll? Nein, das wird es (zumindest von unserer Seite aus) nicht geben.

Bester Gruß
Stephan für das #om10-Team