Ankündigung: Julia Schramm über «Ideologie und Emanzipation?»

Wir freuen uns mit Julia Schramm die nächste Referentin ankündigen zu können. In ihrem Vortrag will sich Julia grundlegend mit den anthropologischen Vorraussetzungen von Ideologie auseinandersetzen und der Ideologie die geschlechtsunabhängige Emanzipation entgegenstellen. Zunächst wird dafür der Begriff Ideologie grundlegend erläutert und in Spannung zur Religion gesetzt. Anschließend werden verschiedene Formen der Ideologie ausgeführt und auf das Internet angewandt. Darauf folgend werden Thesen in Anlehnung an die Fragen formuliert, welche als Diskussionsgrundlage dienen sollen.

Julia Schramm«An der Schwelle zur Neuzeit verlor die integrative Idee Gottes sukzessive ihre Bedeutung. Alternative Erklärungmodelle für die Gesellschaft, ihre Mechanismen und ihre Zukunft wurden entwickelt – das 19. Jahrhundert wurde zum Zeitalter der Utopie. Doch nicht nur das: Viele meinten, mit Ideologien die Werkzeuge für den richtigen Weg der Menschheit gefunden zu haben, den gesellschaftlichen Schlüssel zum Frieden, zum idealen Ende der Menschheit. Die Rolle Gottes wurde nun der Geschichte, der Rasse, einer Idee oder einer Person zugeschrieben. Diese “gesellschaftlichen Techniker” und die dazugehörigen Ideologien ebneten nicht zuletzt den Weg in die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts. Viel wurde über die Entstehung und Bekämpfung dieser “Vernichtungsgesellschaften” geschrieben – Freiheit, Aufklärung, Transparenz, Bürgerrechte und Pluralität als Mittel gegen sie evaluiert, das Ziel einer offenen Gesellschaft artikuliert.

Das Internet und die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft geben der Forderung nach einer offenen und freien Gesellschaft eine neue Dynamik, lassen eine Utopie wieder am Horizont erscheinen. Doch nun stellen sich demensprechend auch verschiedene Fragen:

Was bedeutet Ideologie im digitalen Zeitalter? Muss ein Politikanspruch post-ideologisch sein? Ist Pragmatismus das Gegenstück zur Ideologie? Welche Interaktion besteht mit der Religion? Gibt es ein transzendentales Bedürfnis des Menschen? Wie gestaltet man eine offene Gesellschaft? Welche Rolle spielt das autonome Individuum?»