Ankündigung: «Die Vision einer freien Wissensordnung»

Mit Michael Paetau können wir euch den nächsten Referenten vorstellen. Er arbeitet am Center for Sociocybernetics Studies in Bonn und wird sich mit der Vision einer freien Wissensordnung beschäftigen.

«Wenn es eine gesellschaftspolitische Vision gibt, mit der man die Aktivitäten der Piratenpartei in Verbindung bringen kann, dann ist es die Vision einer freien Wissensordnung. In meinem Beitrag möchte ich danach fragen, wie eine Wissensordnung möglich ist, in der der Umgang mit Wissen derart gestaltet ist, dass emanzipatorische Potenziale in der Gesellschaft frei gesetzt werden. Ausgehend von einem differenztheoretischen Ansatz werden Zukunftsentwürfe, die das Spannungsverhältnis zwischen Offenheit (Transparenz, ungehinderter Wissenszugang etc.) einerseits und Geschlossenheit (Schutzräume für persönliche Daten gegenüber der sozialen Umwelt) andererseits zu Gunsten einer homogenen Regelung als aufgehoben denken, verworfen. Emanzipation – so meine These - kann nicht essenzialistisch begründet werden. Eher wäre von einem Ensemble differenzieller Positionen zu sprechen, in dem sich Auseinandersetzungen um hegemoniale Deutungen und Definitionen der gesellschaftlichen Realität abspielen.»